In Deutschland gibt es eigentlich keine richtigen Urwälder mehr und auch Tiere wie der Wolf, der Bär oder der Elch wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte vertrieben. Bekanntermaßen kehrten ja bereits einige der selten gewordenen Vierfüßler in unsere Naturschutzgebiete zurück und versuchen sich neu anzusiedeln. Im östlichen Teil der Insel Usedom wurde nun ein Elch gesichtet. Das liegt wahrscheinlich auch an der dort noch genesenen Natur. Neue Bäume und neuer LebensraumBereits zum siebten Mal fanden in diesem Jahr die Usedomer Wildwochen statt. Traditionell wird gegen Ende dieser Zeit der Baumbestand weiter aufgestockt. Insgesamt wurden etwa 250 junge Eichen auf der schönen Ostseeinsel neu eingepflanzt. Rund 8000 Stieleichen sind bereits im zweiten Klimawald gepflanzt worden. Die Bäume stammen aus den Erlösen der sogenannten Waldaktien, einem Gemeinschaftsprojekt des Landwirtschaftsministeriums und des Landes-Tourismusverbandes. Durch die Klimawälder und die sich langsam erholenden Naturschutzgebiete wird natürlich auch wieder neuer Lebensraum für Tiere geschaffen, die Deutschland eigentlich schon den Rücken gekehrt hatten. Und während sich Wölfe und Luchse zögerlich in die Wälder der deutschen Mittelgebirge vorwagen, hat es sich jetzt wohl auch ein junger Elch auf Usedom gemütlich gemacht. Eine solche Sichtung ist natürlich auch gut für den Tourismus. Wollen die Mieter einer Ferienwohnung Usedom erkunden, sollten sie allerdings darauf achten, nicht schädlich in die Natur einzugreifen oder Tiere schlimmstenfalls aufzuschrecken. Der Elch hat gute ChancenNur ein paar Wochen nachdem ein Elch in der Nähe der A 20 in Vorpommern von einem Spaziergänger gesichtet wurde, berichtete nun eine Nachrichtenagentur, dass ein weiteres Jungtier wohl auf Usedom durch die Wälder streifen würde. Das Tier sei am Samstagmittag auf einem Waldweg zwischen Karlshagen und Trassenheide plötzlich vor einem Reiter aufgetaucht, der seinen Augen gar nicht so recht trauen wollte. Das Jungtier verweilte ungefähr zehn Sekunden im Sichtfeld des Mannes, was ihm die Gelegenheit gab, schnell ein Handyfoto zu knipsen. Wissenschaftler des zoologischen Instituts Greifswald nehmen an, dass das Tier wahrscheinlich durch den Peenestrom hinüber zur Insel Usedom geschwommen sei. Die Tiere sind nämlich ganz ausgezeichnete Schwimmer, die man in Skandinavien relativ häufig dabei beobachten kann, wie sie Seen und Flüsse durchqueren. Wenn es nötig ist, können sie sogar mehrere Kilometer im Wasser zurücklegen und dabei Geschwindigkeiten von bis zu zehn Stundenkilometern erreichten. Die Wissenschaftler erklärten weiter, dass Elche über Spannhäute zwischen ihren Hufen verfügen, mit deren Hilfe sie auch breite Flüsse und sogar Meerengen überwinden können. Der Peenestrom zwischen dem Festland und Usedom ist nur mehrere hundert Meter breit bei ruhiger See ist das für einen Elch nur ein Katzensprung. Die Elchbesuche sind an der polnischen Grenze zwar relativ selten, aber nicht gerade ungewöhnlich. Natürlich hoffen viele Anwohner, dass die Tiere auch längerfristig bleiben und sich bestenfalls vermehren. |
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