Manchmal verändern sich ein Ort und die Wahrnehmung der Leute, die sich an ebenjenem befinden, in drastischem Maße. Einst waren die Gefängnisinseln Phu Quoc und Con Son für die Insassen die Hölle auf Erden, doch nun entstehen genau dort, wo so manches Leben ausgehaucht und so mancher Freiheitstraum zunichte gemacht wurde, Luxusresorts der höchsten Komfortstufe. Die Regierung Vietnams setzt - auch hinsichtlich des Naturschutzes - auf mehr Luxustourismus. Doch wie genau funktioniert das überhaupt? Das neue ParadiesEs klingt wie Zukunftsmusik, wird aber teilweise bereits umgesetzt. Im Six Senses auf der vietnamesischen Insel Con Son können besser situierte Gäste bereits die paradiesische Seite des Landes erleben. Kulinarische Köstlichkeiten, gehobener Service, eine eindrucksvolle Anlage und kleine Elektrofahrzeuge, mit denen man das Areal an der Küste erkunden kann, kontrastieren mit der Vergangenheit der einstigen Gefängnisinsel. Ein Sandstrand, der sich über mehrere Kilometer erstreckt, lockt die Gäste in Scharen an und selbst die kleinsten Unebenheiten werden von - speziell für diese Aufgabe angestellten - Sandharkern behoben. Mittels einer Rundreise Vietnam zu entdecken, an den vielen Freizeitaktivitäten teilzunehmen und anschließen einfach nur an einem makellosen Sandstrand zu entspannen - das klingt für viele Reisende wirklich nach einem paradiesischen Urlaub. Selbst europäische Top-Anlagen haben es schwer, mit dem Angebot des Six Senses mitzuhalten. Der eigene Butler, der einem jeden Wunsch von den Augen abliest oder das fabrikneue Fahrrad, das vor jedem Bungalow steht und darauf wartet, von den Gästen für ihre Erkundungstouren genutzt zu werden, heben sich von vergleichbaren Ferienanlagen ab. Es versteht sich natürlich von selbst, dass jedes der riesigen Apartments über einen eigenen Pool verfügt und obendrein über eine ansehnliche Heimkinoausstattung, einen persönlichen Badesalon, edle französische Betten und einen italienischen Kaffee-Vollautomaten. Öko-Luxus als StandortveredelungDas ehemalige schwedische Topmodel Eva Malmström Shivdasani und ihr Ehemann Sanu sind die Gründer der Hotelgruppe. Letzterer ist auch gleichzeitig der offizielle Chairman von Six Senses. Sie verfolgen mit ihrem Resort-Konzept das Langzeitziel des ökologisch vertretbaren Luxusurlaubes. Es ist nämlich so, dass in jedem Jahr der Kohlendioxidausstoß des Hotels errechnet und auf den CO2-Ausstoß, der durch die Hin- und Rückflüge der Hotelgäste entsteht, aufaddiert wird. Die so berechneten Emissionen werden von den Hotelbetreibern neutralisiert, indem sie Programme mitfinanzieren, die sich mit regenerativen Energiequellen und der Minderung von CO2-Emissionen beschäftigen. Im Falle des Six Senses ist das zum Beispiel ein Projekt in Südindien, das Kohle- durch Windkraftwerke ersetzt. Sanu Shivdasani sagte weiterhin in einem Interview: "Der einzige Kunststoff, den wir akzeptieren, sind die Kreditkarten unserer Gäste." Sollte sich dieses System zumindest auf dem Luxussektor durchsetzen, würde das dem Umweltschutz tatsächlich sehr zugute kommen. |
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