Schnee, Regen, Eis und überfüllte Weihnachtsmärkte - wer jetzt noch kein Ticket an das andere Ende der Welt gelöst hat, für den wird es aber höchste Zeit. Wie feiert man eigentlich Weihnachten, wenn unter der australischen Sonne Temperaturen bis zu 45 Grad zu messen sind? Ich sag nur ein Wort, dann wisst ihr alle Bescheid: Barbecue! Ja, klar! Was soll man auch sonst machen, wenn einem die Sonne auf den Pelz brennt, aber die guten Tauchschulen rund um das Great Barrier Reef über die Feiertage geschlossen haben und die Surfer Boys ihre beliebtesten Spots für einen Platz an Mutters Christmas Table eintauschen? Richtig, Feuer an und kräftig gegenan brutzeln. Backpacking in AustralienGenau so verlief nämlich mein Weihnachten, als ich mich beim letzten Mal für weiße Weihnachten an den herrlichsten Stränden der Welt entschied und allen Festtags-Trubel, Familie und Freunde im nassgrauen Deutschland zurückließ, um auf einer beinahe einsamen Insel in einem mäßig besuchten Backpacker-Hostel unter zu schlüpfen. Ich reise gern allein, weil man da schlichtweg seinem eigenen Kopf folgen kann. Bekanntschaften schließt man immer, wenn man sich ein bisschen Zeit lässt, denn so individuell diese Art des Reisens auch gehandelt werden mag, vor Ort entwickeln doch alle wieder dieselben Pläne und so geht man schließlich ein Stück des Weges gemeinsam. Außer zu Weihnachten. Wer hätte das gedacht? Australisches BarbecueBeim besagten Jugendhotel hatte man sich nämlich einiges einfallen lassen, um uns gestrandeten Robinson Crusoes des Rucksack-Tourismus ein typisch australisches Weihnachtsfest zu bescheren. So gab es sommerliche Bowle für alle und zum Nachmittag ein riesiges Barbeque neben der Kakadu-Voliere im Garten. Nicht wie bei uns, im Lande der Wurstesser mit Fleischgehacktem im Tierdarm etwa, sondern richtig schöne, indigene Fleischstücke vom Kangaroo, Krokodil und sogar von der Schlange. Eine Safari der kulinarischen Art könnte man sagen und auch wenn einem kulturell bedingte Vorbehalte erst einmal den Magen zuschnüren, so kann ich vergewissern, dass diese Tiere geschmacklich gar nicht weit weg von unseren Rindern, Schweinen und Geflügeltier entfernt liegen. Die isst man schließlich auch nicht, weil man sie loswerden will, sondern weil es schmeckt. Zum Nachtisch gab es Pudding, bei dem man wieder die Spuren der ersten Besiedler erahnen konnte, die sich hier in einer Kolonie der Straffälligen anzusiedeln wussten. Weihnachtsdeko bei 40 Grad im SchattenAnstelle eines Tannenbaumes schmückte man um uns herum die Palmen und Kakteen mit Christbaum-Kugeln, stellte die Sonnenschirme auf und ließ uns satt lächelnd in die Fress-Narkose entgleiten. Herrlich, so ein Barbecue. |
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